Wallbox und Photovoltaik: Eigenverbrauch statt Einspeisung
Eine Wallbox mit Solaranlage macht aus dem Strom vom eigenen Dach Reichweite. Speisen Sie den Überschuss ins Netz ein, bekommen Sie dafür die Einspeisevergütung, für neue Dachanlagen bis 10 kW mit Teileinspeisung 7,70 ct/kWh (Inbetriebnahme 01.08. bis 31.12.2026). Laden Sie ihn ins Auto, ersetzt er Netzstrom, der im Schnitt 37,0 ct/kWh kostete (BDEW, Herbst 2026). Für neue Anlagen sinkt die Einspeisevergütung alle sechs Monate um 1 Prozent. PV-Überschussladen steigert den PV-Eigenverbrauch, und die Wallbox regelt es automatisch: Sie stecken das Auto an, den Rest übernimmt die Steuerung.
Dafür muss eine Wallbox zum PV-Überschussladen den Überschuss kennen und ihre Ladeleistung danach regeln. Dynamisches Überschussladen heißt: Die Leistung folgt der Sonne, statt mit voller Kraft oder gar nicht zu laden. Wie gut das gelingt, entscheiden Messung, Phasenumschaltung und Lademodus.
Smartfox und clever-PV als herstellerunabhängige Energiemanager
Hängt bereits eine Ladestation an der Garagenwand, muss sie nicht ausgetauscht werden. Ein Energiemanager misst den Überschuss selbst und gibt der vorhandenen Box per Netzwerk vor, mit wie viel Leistung sie lädt. Voraussetzung ist eine offene Schnittstelle wie Modbus TCP oder OCPP, die viele Geräte aus unserem Sortiment mitbringen. Aus einem älteren Gerät wird so nachträglich eine solarfähige Ladestation.
Unter den Energiemanagern für die Wallbox mit Überschussladen geht der Smartfox Pro 2 am weitesten. Neben der Ladestation steuert er Warmwasserboiler, Wärmepumpe, Infrarotheizung und Batteriespeicher mit eigenen Messsensoren. Damit beim PV-Überschussladen Wallbox und Hausspeicher nicht um dieselbe Kilowattstunde konkurrieren, legen Sie im Energiemanager eine feste Reihenfolge fest. Ein Energiemanager kann außerdem die Steuerbefehle des Netzbetreibers nach Paragraph 14a EnWG umsetzen, sofern Modell und Netzbetreiber diesen Weg unterstützen und Sie Ihre Ladestation als steuerbare Wallbox anmelden.
Falls im Zählerschrank kein Platz für ein weiteres Steuergerät ist, regelt clever-PV Ihre Wallbox mit Überschussladen über das Internet. Wir führen das Online-HEMS nicht selbst, empfehlen es aber gern, wenn Sie eine vorhandene Ladestation intelligent steuern möchten. Nötig ist nur ein Poweropti am Stromzähler oder ein Shelly 3EM direkt hinter dem Stromzähler. Der Haken: Fällt das Internet aus, steht die Regelung still.
Worauf Sie bei der intelligenten Wallbox für die PV-Anlage achten
Eine intelligente Wallbox für die PV-Anlage misst den Überschuss selbst, bekommt ihn vom Zubehör ihres Herstellers oder folgt einem Energiemanager; welcher Weg zu welcher Marke gehört, steht in den Abschnitten oben. Wer schon einen Energiemanager oder eine Hausbatterie mit Steuerung hat, wählt eine Wallbox mit passender Schnittstelle wie Modbus, OCPP oder EEBus. Wer neu anfängt, ist mit einer Wallbox mit eigener Messung am schnellsten startklar. Bei kleinen Anlagen und im Winter hilft die automatische Phasenumschaltung, weil die Wallbox dann schon ab etwa 1,4 kW lädt. Eine 22-kW-Wallbox lädt mit Solarstrom nur schneller, wenn mehr als 11 kW Überschuss da sind; eine 11-kW-Wallbox zum Überschussladen reicht in allen anderen Fällen.
Stand der Angaben: Oktober 2026. Grundlagen: Bundesnetzagentur (Einspeisevergütung), BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026, Herstellerangaben.