Eine 11-kW-Wallbox zieht dreiphasig 16 A, eine 22-kW-Wallbox 32 A. Welcher Kabelquerschnitt dafür reicht, hängt von der Leitungslänge und davon ab, wie die Leitung verlegt ist. Mit den Rechnern unten bekommen Sie einen Richtwert für das Gespräch mit Ihrer Elektrofachkraft.
- 11 kW sind 16 A je Phase, 22 kW sind 32 A je Phase.
- Der Querschnitt richtet sich nach Strom, Verlegeart und Länge. Bei langen Wegen entscheidet oft der Spannungsfall.
- Die Wallbox bekommt einen eigenen Stromkreis mit Leitungsschutzschalter und FI.
- FI Typ A genügt nur, wenn die Wallbox Gleichfehlerströme ab 6 mA selbst erkennt. Sonst braucht sie einen FI Typ B.
- Anschließen darf nur eine Elektrofachkraft.
Die Zuleitung ist das Kabel vom Sicherungskasten bis zur Wallbox. Sie muss den Ladestrom über Stunden tragen, ohne zu warm zu werden, und sie darf auf dem Weg nicht zu viel Spannung verlieren. Beides hängt am Kabelquerschnitt, also an der Dicke der Kupferadern in mm². Welche Absicherung davor gehört, bestimmt der Strom, den die Wallbox zieht.
Wallbox Kabelquerschnitt: was die Zuleitung tragen muss
Eine Wallbox wird dreiphasig angeschlossen, also an drei Außenleiter. Die Zuleitung hat deshalb fünf Adern: drei Außenleiter (L1, L2, L3), den Neutralleiter (N) und den Schutzleiter (PE). Im Haus ist das meist eine Mantelleitung vom Typ NYM, etwa NYM-J 5 × 6 mm².
Wie viel Strom eine Leitung dauerhaft tragen darf, heißt Strombelastbarkeit. Sie steht in der Norm DIN VDE 0298-4 und hängt davon ab, wie die Leitung liegt. In einer wärmegedämmten Wand kann sie ihre Wärme schlecht abgeben und darf weniger tragen als auf der Wand. Liegen mehrere Leitungen gebündelt nebeneinander oder ist es dort warm, sinkt der Wert weiter.
Kabelquerschnitt für eine 11-kW-Wallbox
Bei 16 A reicht rechnerisch 2,5 mm² Kupfer, nach der Tabelle auch in einer wärmegedämmten Wand. Liegen mehrere Leitungen gebündelt nebeneinander oder ist es dort warm, wird es mehr, und ab etwa 25 m Länge verlangt der Spannungsfall 4 mm². Nennt die Anleitung Ihrer Wallbox einen höheren Leitungsschutzschalter als 16 A, etwa 20 A, muss die Zuleitung auch diesen Wert tragen.
Kabelquerschnitt für eine 22-kW-Wallbox
Bei 32 A sollte die Zuleitung mindestens 6 mm² haben. Die Tabelle lässt bei manchen Verlegearten zwar schon 4 mm² zu, aber eine 22-kW-Wallbox zieht diesen Strom oft mehrere Stunden am Stück. In einer wärmegedämmten Wand und ab etwa 30 m Länge werden 10 mm² daraus, ab etwa 50 m 16 mm². Manche Hersteller schreiben in der Anleitung einen Mindestquerschnitt vor. Dieser Wert gilt dann, auch wenn der Rechner weniger ergibt.
Kabelquerschnitt und Spannungsfall
Richtwert für Kupferleitung (z. B. NYM) mit drei belasteten Adern nach DIN VDE 0298-4 bei 30 °C, ohne gebündelte Leitungen, und höchstens 3 % Spannungsfall ab Zähler, gerechnet mit warmem Leiter und für einphasiges Laden mit vollem Strom, weil Autos auch ein- oder zweiphasig laden. Wechselt die Verlegeart unterwegs, zählt die ungünstigste Stelle. Kleinster Wert im Rechner: 2,5 mm², bei 32 A wegen der Dauerlast 6 mm². Erdkabel und Häufung rechnet er nicht. Den Querschnitt legt Ihre Elektrofachkraft fest, und ein Mindestquerschnitt aus der Anleitung Ihrer Wallbox geht vor.
Länge der Zuleitung und Spannungsfall
Jede Leitung hat einen kleinen elektrischen Widerstand. Auf dem Weg zur Wallbox geht deshalb etwas Spannung verloren, der Spannungsfall. Er wächst mit der Länge und mit dem Strom und sinkt mit dem Querschnitt. Für Wohngebäude gilt als Richtwert höchstens 3 % zwischen Zähler und Verbraucher.
Bei den üblichen Wegen im Einfamilienhaus entscheidet meist die Strombelastbarkeit. Auf längeren Wegen wird der Spannungsfall knapp: mit 2,5 mm² bei 11 kW ab etwa 25 m, mit 6 mm² bei 22 kW ab etwa 30 m. Diese Werte gelten für den ungünstigsten Fall. Lädt ein Auto nur ein- oder zweiphasig, fließt der Strom auch über den Neutralleiter zurück, und der Spannungsfall ist etwa doppelt so hoch wie beim Laden über alle drei Phasen. Der Rechner prüft beides und nimmt den größeren Querschnitt. Wechselt die Verlegeart unterwegs, etwa vom Keller in eine gedämmte Wand, zählt die ungünstigste Stelle. Wer neu baut, plant die Zuleitung häufig gleich für 32 A: Die DIN 18015-1 sieht das vor, wenn eine Lademöglichkeit geplant ist, dazu ein Leerrohr für ein Netzwerkkabel. Dann können Sie später ohne neue Leitung auf 22 kW gehen.
Wallbox Absicherung mit Leitungsschutzschalter und eigenem Stromkreis
Die Wallbox bekommt im Sicherungskasten einen eigenen Stromkreis. Davor sitzen zwei Geräte: ein Leitungsschutzschalter gegen Überlast und Kurzschluss und ein FI-Schutzschalter gegen Fehlerströme, die für Menschen gefährlich werden. Andere Verbraucher hängen nicht an diesem Stromkreis.
Für eine 11-kW-Wallbox heißt das einen Leitungsschutzschalter mit mindestens 16 A, für 22 kW mindestens 32 A, jeweils dreipolig. Den genauen Wert und die Auslösecharakteristik (B oder C) nennt die Anleitung Ihrer Wallbox. Die Regel dahinter: Der Leitungsschutzschalter muss zum Strom der Wallbox passen, und die Leitung muss mindestens so viel tragen wie der Leitungsschutzschalter.
Für die Unterverteilung gibt es bei uns zwei fertige Sets. Das Wallbox Anschluss-Set 11 kW enthält einen ABB FI Typ A (40 A, 30 mA), einen Leitungsschutzschalter B16 und Einzeladern 10 mm² für die Verdrahtung im Verteiler. Das Wallbox Anschluss-Set 22 kW ist genauso aufgebaut, mit Leitungsschutzschalter B32. Die Zuleitung zur Wallbox gehört bei beiden nicht dazu. Beide Sets bieten wir zu jeder Wallbox an.
Welcher FI für die Wallbox: Typ A oder Typ B?
Beim Laden kann im Fehlerfall ein Gleichfehlerstrom fließen. Gegen ihn verlangt die Norm für Ladepunkte, DIN VDE 0100-722, einen eigenen Schutz und lässt dafür zwei Wege zu: einen FI Typ B, der auch Gleichfehlerströme erkennt, oder einen FI Typ A zusammen mit einer Erkennung für Gleichfehlerströme ab 6 mA.
Viele Wallboxen haben diese 6-mA-Erkennung eingebaut. Dann genügt ein FI Typ A. Ohne eingebaute Erkennung braucht die Wallbox einen FI Typ B. Ein FI wird in jedem Fall vorgeschaltet, auch wenn die Wallbox selbst einen eingebauten RCD hat. Er schützt die Zuleitung bis zur Box. Welchen FI Ihre Wallbox genau verlangt, steht in ihrer Anleitung.
Welche Absicherung braucht meine Wallbox?
Überblick nach DIN VDE 0100-722, § 19 NAV und § 14a EnWG. Maßgeblich sind die Anleitung Ihrer Wallbox und Ihre Elektrofachkraft.
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Für 22 kW braucht es 32 A, einen dickeren Querschnitt und die Zustimmung des Netzbetreibers. Ob sich der Aufwand lohnt, entscheidet das Auto. Mit Wechselstrom lädt es nur so schnell, wie sein eingebautes Ladegerät erlaubt. Hat es ein 11-kW-Ladegerät, lädt es auch an einer 22-kW-Wallbox mit 11 kW. Der Rechner zeigt, wie lange eine Ladung bei Ihrem Auto dauert.
Ladezeit an 11 und 22 kW
Rechnung: nachzuladende Energie geteilt durch die kleinere Leistung von Wallbox und Auto. Ladeverluste und die Ladekurve des Autos sind nicht eingerechnet.
So wird die Wallbox angeschlossen
- Vorab klären: Wo soll die Wallbox hängen, wie lang ist der Weg zum Sicherungskasten, ist im Verteiler Platz für FI und Leitungsschutzschalter?
- Wallbox anmelden: Jede Wallbox melden Sie vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber an. Liegen alle Ladeeinrichtungen im Haus zusammen über 12 kVA, etwa bei einer 22-kW-Wallbox oder zwei 11-kW-Wallboxen, muss er zustimmen. Er äußert sich innerhalb von zwei Monaten. Wallboxen über 4,2 kW, die seit dem 01.01.2024 in Betrieb gehen, sind steuerbar nach § 14a EnWG. Mehr dazu: Wallbox beim Netzbetreiber anmelden und steuerbare Wallbox nach § 14a EnWG.
- Zuleitung verlegen: Die Elektrofachkraft legt Querschnitt und Verlegeart fest und verlegt die Leitung, bei Bedarf mit Leerrohr für ein Netzwerkkabel.
- Absichern und anschließen: FI und Leitungsschutzschalter kommen in die Unterverteilung, dann wird die Wallbox angeschlossen, eingestellt und geprüft.
Den Anschluss macht nur eine Elektrofachkraft. Selbst vorbereiten können Sie trotzdem einiges. Messen Sie die Strecke aus, fotografieren Sie den Sicherungskasten und legen Sie die Anleitung der Wallbox bereit, dann kann die Elektrofachkraft schon vor dem Termin planen. Was die Installation ungefähr kostet, steht im Beitrag Was kostet eine Wallbox?
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Häufige Fragen
Welchen Kabelquerschnitt braucht eine 11-kW-Wallbox?
Bei 16 A reichen rechnerisch 2,5 mm² Kupfer, auch in einer gedämmten Wand. Bei gebündelten Leitungen, einem größeren Leitungsschutzschalter oder ab etwa 25 m braucht es mehr. Ihre Elektrofachkraft legt den Querschnitt fest; der Rechner oben gibt einen Richtwert.
Welchen Kabelquerschnitt braucht eine 22-kW-Wallbox?
Mindestens 6 mm², weil bei 22 kW oft mehrere Stunden lang 32 A fließen. In einer gedämmten Wand oder ab etwa 30 m sind es 10 mm². Nennt die Anleitung der Wallbox einen Mindestquerschnitt, gilt dieser.
Welche Absicherung braucht eine 11-kW-Wallbox?
Einen eigenen Stromkreis mit dreipoligem Leitungsschutzschalter von mindestens 16 A und einen FI mit 30 mA. Den genauen Wert nennt die Anleitung Ihrer Wallbox.
Welcher FI für die Wallbox: Typ A oder Typ B?
FI Typ A genügt nur, wenn die Wallbox Gleichfehlerströme ab 6 mA selbst erkennt. Ohne diese Erkennung braucht sie einen FI Typ B. Vorgeschaltet wird ein FI immer.
Wie lang darf die Zuleitung zur Wallbox sein?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Mit der Länge steigt der Spannungsfall; als Richtwert gelten höchstens 3 %. Bei langen Wegen wählt die Elektrofachkraft deshalb einen größeren Querschnitt.
Darf ich die Wallbox selbst anschließen?
Nein. Anschluss und Absicherung macht eine Elektrofachkraft.